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Unsere Workation 2022



Was ist eigentlich eine Workation?


Irgendwie handelt es sich um eins von diesen Wörtern, gegen die niemand was hat. Dass es um die Arbeit an einem schönen Ort geht (nicht, dass unser Büro nicht schön wäre) und dass alle mal rauskommen™ können, ist klar und konsensfähig.


Die Definition ist einfach. Aber was bedeutet sie wirklich?

Mitten im Alltag fällt der Blick auf den Alltag nicht so leicht. Es geht darum, einen konzentrierten, langen Aufenthalt an einem anderen Ort dafür zu nutzen, an sich selbst, an Strategien, an der Zukunft und am Miteinander zu arbeiten. Das Ganze ohne ständige Konfrontation mit dem, was schon da ist – in der Form des Gewohnten.


Es geht also um die Arbeit an der Arbeit, aber auch um die Arbeit an sich selbst: als Personen mit ihren Bedürfnissen, aber auch als Gruppe mit wiederum anderen Bedürfnissen. Und falls Konflikte zwischen diesen Bedürfnissen auftreten, gilt es diese bestmöglich zu lösen.


Zeit also für Ungewohntes! Dafür haben wir uns auf den Weg nach Frankreich gemacht.


“Wer bist du und was machst du hier?”


Für diejenigen unter uns, die noch nicht so lange dabei sind, sollte eine Gelegenheit geschaffen werden, die anderen gründlich kennenzulernen und zu verstehen, was überhaupt deren Aufgaben sind.


Es macht eine Menge Spaß, einfach mal zu klären, wer für was zuständig ist, warum er oder sie das besonders gut kann und welche Biographie die Einzelnen mitbringen. Wie sieht der Lebensweg aus, der uns alle in Frankreich zusammengebracht hat, um über Arbeit zu reden? Da das nicht völlig normal ist, steckt wahrscheinlich auch eine interessante Geschichte dahinter, die es sich zu erfahren lohnt.


Wer zu den Neuen gehört, kann hierbei viel herausfinden.


Wie sah das Vorhaben genau aus?


Wir sind als Unternehmen nicht alleine. Deswegen sind wir zusammen mit Cranity nach Frankreich gefahren, um auch die Leute von dort besser kennenzulernen. Für uns gegenseitig sind wir “die anderen”, von Geschäftsführer zu Geschäftsführerin besteht eine langjährige Freundschaft. Also war es Zeit, dass der Rest (die Mehrheit) der Belegschaft hier aufholt.


Für uns selbst wollten wir vor allem am Verständnis arbeiten, was YNEO eigentlich ist und wie unsere Zukunft aussieht – nach innen für uns selbst und nach außen als Beitrag zu dem, was in der Welt passiert.


Was haben wir uns davon erhofft?


Was wir erreichen wollten, war mehr Verbindung zueinander und zu uns selbst. Unser Anliegen war es, das Gefüge zu verstehen, in dem wir aktiv sind. Gerade für diejenigen von uns, die viel in Remote-Projekten arbeiten, hat manchmal die Verbindung zu den anderen gefehlt und es gab Nachholbedarf.


Auch war es uns wichtig, Spannungen aufzulösen und offen miteinander zu sprechen. Natürlich läuft nicht alles rund und an verschiedenen Stellen war es Zeit für ein Gespräch, damit uns für die Zukunft neue Optionen zur Verfügung stehen, mit Problemen umzugehen. Aus dem manchmal unpersönlichen “man spricht über X” kann so ein gesünderes “wir sprechen miteinander” entstehen.

Mitbestimmung und Verantwortungsübernahme waren uns ebenfalls wichtig, um den Punkt zu verstehen, an dem Abstimmungen in Handlungen übersetzt werden müssen und mehr darüber zu erfahren, was eine Entscheidung von uns für uns beinhaltet. So schaffen wir es nicht nur, eine Entscheidung zu treffen, die sich für uns gut anfühlt, sondern gleich in deren Umsetzung zu kommen.


Zwei klassische Anliegen hatten wir auch noch: Es ging uns darum, Dinge zu identifizieren und zu beseitigen, die uns im Weg stehen und uns unproduktiv machen. Außerdem haben wir 2023 und 2024 eine Menge vor und wir haben eine Art Inventur der Zukunft gemacht, um Ideen, Wünsche, Projekte und Pläne zwischen idealistischen Einfällen und potenziellen Umsatztreibern zusammenzutragen.


Was hat gut geklappt?


Wir kennen uns jetzt besser. Außerhalb von Meetings, Mails und Mittagspausen gab es so viel persönliche Kommunikation wie nur selten. An einem Ort, an dem man eine Woche miteinander verbringt, ist das vorprogrammiert.

In Vollzeit auf einem Projekt zu arbeiten oder in Teilzeit mit internen Aufgaben beschäftigt zu sein, kann beides auf seine Art unsichtbar machen. Auch hier hat es eine Menge neue Blickwinkel auf uns als Personen gegeben, einfach weil wir eine Woche zusammen an einem Ort waren und die Projektarbeit zwischendurch kurz Pause machen musste.


Das gegenseitige Kennenlernen hat die berufliche Ebene schnell hinter sich gelassen. Wir haben über unseren Lebensweg und unsere Bedürfnisse gesprochen und uns über Dinge ausgetauscht, die wir still mit uns herumtragen – aber entsprechend auf der Arbeit immer mit dabei haben. Es klingt simpel, aber so etwas einfach mal anzusprechen kostet Überwindung. Es bringt dafür aber umso mehr.


Wir hatten die Chance, uns darüber auszutauschen, wie wir uns gegenseitig wahrnehmen und wo es Stellen gibt, an denen wir uns voneinander abgrenzen müssen, um uns selbst zu schützen. Wir konnten darüber sprechen, dass wir alle hilfsbereit sind, aber dass Verantwortungsübernahme trotzdem bewusst erfolgen muss. So liegt am Ende nicht alles auf einem Schreibtisch, sondern wird gleichmäßig verteilt.


Was wissen wir jetzt fürs nächste Mal besser?


Zwei Dinge haben wir dazugelernt: Wenn wir die nächste Workation planen, werden wir von Anfang an darüber sprechen, woher die Idee kommt und wofür die Reise gut sein soll. Wenn ein Angebot für das Team vom Team selbst kommt, fühlen sich die Ergebnisse mehr nach etwas Eigenem an und haben entsprechend mehr Reichweite. Wenn offen und gemeinschaftlich geplant wird, fällt es leichter, sich an einem neuen Ort auf etwas Neues einzulassen.


Auch für die Erholung als Einzelperson wird etwas mehr Platz nötig sein. Schwierige Fragen an einem schönen Ort bleiben immer noch schwierig – deswegen braucht es Freiräume für uns alle, um mit der Intensität umzugehen.


Was hat das Ganze gebracht?


Wir haben neue Ebenen für den Austausch gefunden und wissen jetzt mehr darüber, woher plötzlich auftauchende Themen kommen. Die Unterschwelligkeit mancher Konflikte wurde aufgehoben und Probleme sind ansprechbar geworden. Wir alle haben unsere gegenseitige Einladung erneuert, Dinge anzusprechen, die uns beschäftigen


Wir haben den nächsten Schritt mit unseren Werten und Prinzipien getan und sind hier weiter ins Detail gegangen. Die Auseinandersetzung wurde konkreter und geht auch nach der Workation weiter. Die manchmal abstrakt aussehenden Konzepte sind näher an den Arbeitsalltag herangerückt und wir können darüber sprechen, wo sie gelebt und wo verletzt werden.


Natürlich sind jetzt nicht alle Probleme gelöst und alle Unstimmigkeiten ausdiskutiert, aber wir haben ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl und mehr gegenseitigen Respekt. Dieser äußert sich auf zwei Arten: Wir erkennen die jeweiligen Grenzen besser an, haben aber auch mehr Vertrauen darin, dass wir alle innerhalb dieser Grenzen unser Bestes geben. Wo das untergeht, können wir es jetzt besser einfordern. Es ist einfacher geworden, Dinge anzusprechen, sich auszusprechen und Bedürfnisse zu formulieren.


Für uns alle ist klarer geworden, woran wir überhaupt arbeiten, wo Platz für eigene Ideen ist und wo wir alle anpacken können, um YNEO nach vorne zu bringen und für die nächsten Jahre gut aufzustellen – bezüglich unserer Identität als Unternehmen, aber auch mit Blick auf das Geschäftsmodell und den Ertrag. Wer macht was und bis wann? Für viele offene Themen wurden diese Fragen beantwortet und die Entschlüsse dazu festgehalten.


In einem langen Satz: Menschen, die sich selbst kennen, die sich gegenseitig kennen und die das System kennen, in dem sie aktiv sind, arbeiten mit größerer Selbstverständlichkeit zusammen, wissen, woran sie sind, können Dinge gezielt und zur richtigen Zeit ansprechen und zusammen mehr erreichen.


Was ist eigentlich eine Workation? Eine klare Empfehlung.